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Meine Art der Freiheit
If you think you cann´t do it -
You are probably thinking too much !!!
Die Definition von Freiheit bleibt jedem selber überlassen, ich möchte Freiheit jedoch nicht definieren, ich möchte Freiheit fühlen. Und das kann ich nur, wenn ich an die Grenzen gehe. Sein es die Grenzen von Ländern, oder die Grenzen meiner eigenen Ängste, die ich überwinden muss!
Reisen, Snowboardfahren, Bungeespringen! Beruflich? Natürlich auch! Ich bin in meinem Beruf sehr eingebunden, so bedarf es am Wochenende eines Ausstiegs - raus aus allem - alles Vergessen - hinter einem lassen - abschallten!
So zieht es mich im Sommer am Wochenende immer nach Fehmarn/Neu Jellingsdorf zum Fallschirmspringen. Auf einem kleinen Privatflughafen hat sich der Fallschirmspringen Club ( FSC ) Lübeck niedergelassen. Die Leute auf dem Platz sind alles etablierte Berufstätige in z.T. vielbeschäftigten Positionen. Und doch sind sie alles Aussteiger - jedes Wochenende!
Der Beruf hat hier nichts verloren, das Einzigste was verbindet ist die Suche nach dem Gefühl von Freiheit. 
Wenn ich am Samstag Morgen über den Fehmarn - Belt fahre, lasse ich alle Gedanken an die letzte / kommende Woche auf dem Festland. Auf dem Flugplatz herrscht schon reges Treiben. Einige kommen schon am Freitag und bleiben übers Wochenende in Zelten oder Wohnwagen. Zum Teil sind ganze Familien da!
Der erste Weg führt zum Manifest - gleich für den ersten Sprung anmelden. Alle nötigen Daten werden überprüft und ein Ticket für 4000 m bezahlt ( 40,-DM ). Ich bin in Load Nr. 7, also noch 40 Minuten Zeit. Mit einem Kaffe setze ich mich in die Sonne und beobachte die anderen Springer bei Flug und Landung. 15 Minuten- Aufruf für Load Nr. 7 !
Ich Ziehe meinen Springeranzug an und kontrolliere meinen Schirm, die Reserve, meinem Höhenmesser und meine Öffnungsautomatik. Die Aufregung beginnt langsam zu steigen, doch die Vorbereitungsphase muss ruhig ablaufen - jeder noch so kleine Fehler kann tödlich enden! In aller Ruhe schnallen ich mir meinen Schirm auf den Rücken und überprüfe den verlauf von Bein- und Brustgurten. Die Ausrüstung ist fertig. Damit während meines Sprung auch alles so läuft, wie ich es will, schliesse ich noch mal die Augen und gehe mein Vorhaben vom Ausstieg bis zur Landung noch mal durch. Natürlich gibt es auch allerhand Vorschriften, an die man sich zu halten hat. In meiner Maschine sind noch zwei Tandems und eine Viererformation. Die Formation hat ihr Vorhaben vorher auf Rollbrettern geübt. Wir sprechen uns ab in welcher Reinfolge wir springen - ich springe nach der Formation, und steigen ins Flugzeug.

Das erste Kribbeln, als die Maschine abhebt. Die ersten 3000 m - Steigflug haben wir ein lockeres Gespräch. Den Rest der Zeit nutzt jeder für sich, um sich auf das geplante Vorhaben zu konzentrieren. Die Augen werden nochmals geschlossen. Den eigentlichen Adrenalinschub bekomme ich, als der Pilot Exit freigieb und die Tür geöffnet wird. Einer der Formation schaut nach unten und weist den Piloten in die Dropzone ein. “Exit” wird geschrieen und er Pilot drosselt die Fluggeschwindigkeit. Die Formation baut sich in der Tür auf - “ Ready, Set, Go” und mit einem Schwung sind alle verschwunden. Ich sitze in der Tür und schaue ihnen nach, während ich innerlich einen 10Sekunden- Countdown abzähle und die Anspannung steigt.

Ich baue mich auf und springe ins Nichts. Dann erst begreift man eigentlich, was gerade passiert. Man liegt in der Luft - rasst mit 250 km/h auf die Erde zu - man fühlt sich grenzenlos frei. In diesen Moment spürt man förmlich, wie das Adrenalin in den Adern schlagartig durch Endorphin ausgetauscht wird und man sich nur noch freut.
Doch auch mein Vorhaben wollte ich nicht ausseracht lassen. Durch bestimmte Körperbewegungen setze ich mich hin, um aus dem Sitzen ins Stehen zu kommen. Drei Rückwärts- und drei Vorwärtssaltos sollten folgen. Nach diesen Aktionen kontrolliere ich die Höhe - 2800 Meter ! Noch Zeit für ein paar Drehungen - Höhe 2200 Meter ! Ich drehen mich auf den Flugplatz ein, lege die Arme an, um relativ Horizontal Richtung Flugplatz zu fliegen. Erneut Höhenkontrolle - 1100 Meter - Zeit um den Hauptschirm zu öffnen. Das Adrenalin macht sich wieder bemerkbar. Luftraumkontrolle, Abwinken und Pullen ! Ein starker Ruck und ich hänge am Schirm. Sofort wird alles überprüft: Schirm, Luftraum, Höhe! Unter mir geht die 4'er Formation in 360 Grat - Drehungen runter und die Tandems gleiten über mir Richtung Flughafen. Ich hänge auf 800 Metern und lasse mich ebenfalls in diese Richtung gleiten, bevor auch ich mich “runterschraube”. Auf 50 Metern wächst die Anspannung erneut. Nur nicht zu spät oder zu stark bremsen, ansonsten gräbt man sich in den Boden oder bekommt einen Strömungsabriss mit ähnlich schmerzhaften Effekt. “ Wenn du denkst es ist zu spät, ist es genau richtig” wurde immer zu mir gesagt. Und es stimmt!

Untern angekommen strahle ich übers ganze Gesicht. Ich bin mit den letzten 64 Sekunden und dem Flug sehr zufrieden. In aller Ruhe wird der Schirm gepackt, den vor allem hier dürfen keine Fehler passieren, bevor es dann wieder hoch geht - denn bald ist wieder Montag!
Sollte mich dennoch mal jemand fragen wie ich das Wort “ Freiheit” definieren würde, so währe das für mich der Austausch von Adrenalin und Endophien - der Weg auf meinen Grenzen!
( Auszug für eine Artikel in der Rotaract News )
Es geht nicht darum, dem Leben zu entfliehen.
Es geht darum, das Leben am Entfliehen zu hindern !
- unbekannter Fallschirmspringer -
Remember the time when Sex was safed and
Skydiving was dangerous !
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